Lerntipps für Kinder

Lerntipps für Kinder. So lernen unsere Kinder besser und ohne Stress und Druck.

Bald ist es wieder so weit, die Halbjahreszeugnisse werden verteilt. Für viele Kinder keine große Sache, aber ab und an möchten Eltern und auch Kinder im zweiten Halbjahr noch einen Zahn zulegen, damit das Zeugnis im Sommer einfach besser ausfällt. Sei es, zu eigener Motivation, sei es, weil ein Ziel erreicht werden muss. Und manchmal muss einfach auch gelernt werden, da im Halbjahreszeugnis der böse Satz drinsteht, das die Versetzung gefährdet sei. Dann steigt der Druck und das ist schlecht, denn Kinder lernen ohne Druck, spielerisch und ganz nebenbei am allerbesten. Hier ein paar Lerntipps, die weniger mit dem Lernen an sich, als mit der Umgebung zu tun haben. Beherzigt man diese, dann wird aus dem Kind vielleicht nicht automatisch ein geistiger Überflieger, aber mit dem Druck verliert es sehr wahrscheinlich auch die Angst zu versagen und es kann eben eher zeigen, was in ihm steckt. Kindern besser lernen helfen, diese Tricks sind ein guter Anfang:

Lerntipps für eine bessere Lernumgebung und besseres lernen

Vergleich mit anderen

Ob es um das Aussehen geht, Geschicklichkeit oder schulische Leistungen. Ein Vergleich kann für viele Kinder zu Stress werden, vor allem, wenn es den Eindruck hat, hinter den anderen Kindern zurückzuliegen. In der Schule gibt es zudem noch Noten, damit bekommt das Kind womöglich noch Schwarz auf Weiß dargelegt, eben hinterher zusein. Wenn Sie nun ihrem Kind nicht nur seine individuelle Stärken aufzeigen, sondern auch seine Talente unterstützen, können Sie mit positiven Feedback einiges tun, um es abseits von Noten und Gruppendruck zu unterstützen.

Tests, Prüfungen und Arbeiten

Wenn bei uns ein Test, eine Prüfung oder eine Klassenarbeit angesagt wurde, verfiel ich ihn einigen Fächern geradezu in Schockstarre. Ich wusste das in diesem oder jenem Fach selbst mit intensiven Lernen kaum etwas zu ändern wäre. Angekündigte Prüfungen erhöhen den Druck gewaltig. Erst mit Ankündigung zu lernen, ist also eher zu spät. Lieber vorher immer schauen, wo noch Lücken sind und diese gezielt schließen – unabhängig von Tests und Arbeiten. So ist ihr Kind auch für Überraschungstests gut gewappnet.

Benotungen sind nicht immer gerecht

Es kann passieren, dass Ihr Kind für eine Arbeit lernt, lernt und noch mal lernt und das die Note dann doch nicht so ausfällt, wie es sich das erhofft hat. Bei einer Note wird leider nicht honoriert, wieviel Anstrengungen das Kind unternommen hat, sondern nur das was es in der Arbeit gebracht hat. Wer vorher darauf setzt, eher die Anstrengungen des Kindes, sein Engagement zu loben und zu belohnen, kann den Noten ihren Schrecken nehmen. Dazu gehört aber auch, gute Noten nicht mehr mit Geld zu belohnen. Das würde diese zu wichtig erscheinen lassen.

Für gute Lernbedingungen sorgen

Nicht immer haben Kinder einen eigenen Schreibtisch, an dem es von Störungen frei lernen und arbeiten kann. Vielleicht muss es sich sogar das Zimmer mit einem jüngeren Kind teilen, vielleicht sind die Wohnverhältnisse auch einfach so, dass das Kinderzimmer weder richtig ruhig ist, noch es genug Platz für einen Schreibtisch ist. Auch ein unregelmäßiger Tagesablauf und vor allem Schlafprobleme könnend dazu führen, dass die Lernbedingungen einfach zu schlecht sind. Gut wäre es, gemeinsam mit dem Kind herauszufinden, was besonders störend ist und dann nach und nach dafür zu sorgen, für ein besseres Lernumfeld zu sorgen. Ein erster Schritt könnte eine Lernkiste sein, mit allem, was das Kind benötigt, um seine Hausaufgaben zu machen. Ein Nachschlagewerk wie den Duden, ein Lexikon und ein Wörterbuch ebenso wie Sachen für den Matheunterricht, wenn nötig. Neben Karteikarten kann hier auch eine Lernkarteibox auf ihren Einsatz beim Vokabel lernen warten.

Selbstgemachter Stress – zu viel zu tun

Viele Kinder haben ein Pensum, gerade an außerschulischen Aktivitäten, da wäre ein Topmanager gestresst von. Oder es hat zwar keine durchgeplante Nachmittage mit Geigenunterricht, Kinderyoga und Reitstunden, dafür hängt es an der Konsole. Oft fehlt es einfach die Ruhepausen, in den es sich regenerieren kann und entsprechend müde werden dann Hausaufgaben gelernt oder Prüfungsvorbereitungen absolviert. Am besten wäre es in einem solchen Fall die Freizeitaktivitäten einzuschränken, allerdings in Absprache mit dem Kind. Auch die Zeit an Computer und Konsole gehört eingeschränkt.

Als Eltern zu viel Druck ausüben

Ja, natürlich möchten wir unseren Kindern einen optimalen Start ins Leben ermöglichen und für viele gehört da eben ein guter bis sehr guter Schulabschluss dazu. Hat es die Tauglichkeit fürs Gymnasium, möchten wir gleich, dass es auch einen NC schaffen könnte. Wir sind selten zufrieden und bauen richtig Druck auf. Viele Kinder werden bereits in der Grundschule unter Druck gesetzt und reagieren oft eben auch mit einer Angst vor dem Versagen auf diesen Druck. Das lähmt. Und führt eher zu einem schlechteren Ergebnis. Hier sollte man sich auch selbst überprüfen: Glauben wir nur, dass das Kind es nicht nur aufs Gymnasium schafft, sondern kann es da auch bestehen? Manchmal sind wir eben selbst nicht ganz objektiv und das führt zu unglücklichen Kindern.

Besser lernen mit den richtigen Lernpausen

Von Klassenstufe zu Klassenstufe wird es schwieriger. Die Erwartungen steigen, ein Versagen hat immer weitergehende Folgen. Zusätzlich wird der Lernstoff umfangreicher. Lücken machen sich eher bemerkbar. Dazu sprechen sich die Lehrer vielleicht noch beim Ansetzen von Klassenarbeiten und Prüfungen ab, aber nicht unbedingt beim Umfang der Hausaufgaben und so kann es passieren, dass das Kind ein Referat vorbereiten muss und gleichzeitig ein Protokoll für eine Projektarbeit anfertigen und dazu noch viele, schwierige Textaufgaben gelöst werden wollen. Da wird Lernen und Arbeiten zu Hause schnell zum Marathon.

Nicht zu lange am Stück lernen

Kaum jemand, auch kein Erwachsener kann sich um 14 Uhr an den Schreibtisch setzen und zwei oder drei Stunden ohne jede Pause durcharbeiten. Schüler können sich meist 20 bis 30 Minuten am Stück gut konzentrieren, einige Kinder schaffen ohne Übung auch nur 15 Minuten. Danach muss einfach eine kleine Pause eingelegt werden, damit die Lernhaltung nicht verloren geht, sollte diese aber auch nicht zu lange sein. Fünf Minuten gelten hier als ideal. Diese Pausen sollten auch einkalkuliert werden. Nach zwei Stunden sollte eine längere Pause erfolgen.