Weihnachtsmann und Nikolaus

Weihnachtsmann mit Rentieren bringt Geschenke.

Wer trägt einen roten Mantel und bringt Kindern Geschenke? Hier fallen einem gleich zwei wichtige Männer in der Weihnachtszeit ein. Da ist zum einen der heilige Nikolaus und eben der Weihnachtsmann. Wobei dies noch nicht mal alle Geschenkebringer dieser schönen Zeit sind, in Spanien bekommen die Kinder zum Beispiel ihre Geschenke von den Heiligen Drei Könige und müssen dafür bis zum 6. Januar warten. Und längst nicht alle Kinder bei uns bekommen ihre Geschenke vom Weihnachtsmann am Heilig Abend, da wäre noch das Christkind, das diese Aufgabe mancherorts ebenfalls übernimmt.

Nikolaus-Weihnachtsmann-Verwirrung

Aber zurück zu den beiden Männern in Rot.

Sankt Nikolaus und der Weihnachtsmann mögen sich aus Kindersicht zwar ähneln, aber es handelt sich heute zumindest um zwei grundverschiedene Männer.

Während der Heilige Nikolaus bereits am 6. Dezember in Erscheinung tritt und seine Gaben in gut geputzten Schuhen hinterlässt, geht der Weihnachtsmann erst am 24. Dezember, mancherorts sogar erst am 25. Dezember ans Verteilen seiner Gaben.

Bischofsmütze Sankt Nikolaus

Beim Weihnachtsmann wurde aus der Bischofsmütze die Zipfelmütze.

Von den beiden beruht der Nikolaus auf eine reale Figur. Um die sich so viele Legenden und Geschichten ranken, dass der echte Nikolaus von Myra, der als Bischof wirkte und wahrscheinlich im 4. Jahrhundert lebe, kaum noch zu erkennen ist. Die Verehrung des heiligen Nikolaus begann dabei im griechischen Osten und verbreitete sich mit all ihren Geschichten und Legen auch ins westliche Europa. Und so wurde Nikolaus bald zum Schutzheiligen der Gefangenen, der Seefahrer und der Kinder. Und schon im Mittealter entstand der Brauch der Nikolausbescherung. Dies beruht auf einer Legende, bei der Nikolaus drei armen Jungfrauen Gold gab, damit diese standesgemäß heiraten konnten (Jungfrauenlegende). Das macht Nikolaus auch zum Schutzheiligen der Liebenden und Heiratswilligen.

Die Geschichte um den Nikolaus ist also schon viele hunderte Jahre alt.

Der Weihnachtsmann kam erst sehr viel später. Für viele gilt er sogar als Erfindung eines Weltkonzerns, der zuckerhaltige Getränke verkauft. Es war im 19. Jahrhundert als Weihnachten zum Familienfest wurde. Es gab Geschenke am Heilig Abend, ein Weihnachtsbaum wurde aufgestellt. Vorbild für den Weihnachtsmann war vielleicht sogar der Heilige Nikolaus und sein Begleiter Knecht Ruprecht, aber dieser kam nun ohne Bischofsmütze und Bischofsmantel daher. Damit beruhgt auch der Weihnachtsmann auf den heiligen Nikolaus. Nur kann er heute eben nicht mehr mit diesem gleichgesetzt werden.

Aus dem Nikolaus mit Bischofsmütze wird der freundliche Weihnachtsmann

Dargestellt wird er als rundlicher, freundlicher alter Mann mit langem weißem Rauschebart, rotem und mit weißem Pelz verbrämten Gewand; Attribute sind sein Geschenkesack und (häufig) eine Rute. Dass es diese Darstellung bereits im 19. Jahrhundert gab, beweisen zeitgenössische Postkarten. Coca Cola, oft als Erfinder des Weihnachtsmanns angesehen, kam erst ab 1931 auf die Idee einen so gekleideten Mann für die Werbung zu nutzen.

Weihnachtsmann Holzschnitt von 1881

Schon vor Coca Cola sah er so aus – der Weihnachtsmann 1881. Thomas Nast: Holzschnitt Merry Old Santa Claus, in Harper’s Weekly vom 1. Januar 1881.

Und wie kam der Weihnachtsmann zu seinen Renntieren?

Der heutige populäre Mythos des Weihnachtsmanns, der mit einem von Rentieren gezogenen fliegenden Schlitten reist, nachts durch den Kamin in die Häuser steigt und dort die Geschenke verteilt, geht zurück auf das 1823 anonym veröffentlichte Gedicht The Night before Christmas.

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