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Aus Bildern werden Zeichen


Höhlenmalerei gab es schon vor 30.000 Jahren.


Vor 30.000 Jahren haben die Menschen ihre Erlebnisse auf Felswände gemalt: Große Bilder von wilden Mammuts und dicken Stieren. Aus diesen Bildern entwickelten sich über viele tausend Jahre Bilderschriften: Bei einer Bilderschrift steht jedes Bild für ein ganzes Wort. Zum Beispiel das Bild von einem Stier steht für das Wort "Stier". Natürlich gibt es Leute, die nicht so toll malen können - wenn so jemand ein Bild von einem Stier auf ein Blatt Papier pinselt, sieht der Stier vielleicht mehr wie eine Katze oder ein Hund aus. Damit es keine Missverständnisse gibt und jeder verstehen kann, welches Wort mit einem bestimmten Bild gemeint ist, wurden die Bilder vereinfacht: Aus den Bildern wurden Bilderzeichen. Ein dicker Strich mit zwei feinen Strichen an jeder Seite - da konnte jeder gleich erkennen: Aha, ein Kopf mit Hörnern dran, das muss ein Stier sein!

 

In China ist genau so eine Bilderschrift entstanden: Vor mehr als 3.500 Jahren haben die alten Chinesen sich auf die ersten gemeinsamen Zeichen geeinigt und im Laufe von 2.000 Jahren kamen immer mehr Zeichen dazu - insgesamt gibt es heute mehr als 60.000 chinesische Schriftzeichen. Das sind natürlich irrsinnig viele, aber bei einer Bilderschrift braucht man eben für jedes Wort ein eigenes Zeichen: Hund, Katze und Maus, schlafen, essen und trinken, Baum, Haus, Mann und Frau - man kann über so viele verschiedene Dinge reden, und wenn ein Chinese etwas aufschreiben will, muss er für jedes Wort das passende Zeichen kennen.

 

So sah die Hieroglyphen-Schrift der alten Ägypter aus.


Die Ägypter haben vor 5.000 Jahren auch eine eigene Schrift erfunden, die Hieroglyphenschrift. Ihre Zeichen sehen zwar aus wie Bilder, aber bei den Ägyptern stand ein Bild nicht unbedingt für ein ganzes Wort: Ein Bild konnte auch für ein Wortteil oder einen einzelnen Buchstaben stehen.