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Hast du auch schon mal eine Schauergeschichte gelesen, in
der ein Moor vorkam? Vielleicht ging sie ungefähr so: In einer
stockdunklen Nacht ritt ein junger Held auf seinem Pferd durch das Moor.
Er kam vom Weg ab, sein Pferd und er versanken im weichen Moorboden - und
niemand konnte sie retten... Moore waren den Menschen schon immer
unheimlich. Wahrscheinlich, weil man sich nie sicher sein kann, ob der
nasse Boden einen wirklich tragen wird. Um sicher von einem Ort zum
nächsten zu gelangen, wurden schon vor vielen hundert Jahren Holzwege im
Moor verlegt. Und an besonders gefährlichen Stellen stellten die Leute
Kultfiguren auf, die den Wanderer schützen sollten.
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Empfindlich, schwierig und schützenswert
Auch heute noch ist es wichtig, in einem Moor auf den ausgewiesenen
Wegen zu bleiben. Nicht, weil es so gefährlich ist, im feuchten Boden
einzusinken, sondern weil die meisten Moore mit all ihren Pflanzen und
Tieren unter Naturschutz stehen: Intakte Moorgebiete werden immer
seltener. Gerade Hochmoore sind sehr empfindlich - und ganz besondere
Lebensräume: Im Boden gibt es wenig Sauerstoff und wenige Nährstoffe,
dafür sehr viel Wasser - und das ist auch noch so sauer wie Essigsäure!
Pflanzen und Tiere müssen schon echte Spezialisten sein, um unter diesen
schwierigen Bedingungen zu überleben. |
Was macht das Moor so besonders? Der Torf!
Anders als an anderen Orten werden im Moor abgestorbene Pflanzenteile
wie Blätter, Blüten und Stängel nicht richtig zerkleinert und zersetzt.
Dafür ist der Boden viel zu nass und es fehlt an Sauerstoff. So entsteht
im Moor aus den toten Pflanzen keine feine Erde, sondern grober, faseriger
Torf. In dem Torf stecken nur sehr wenige
Nährstoffe. Diese wenigen
Stoffe reichen nur ganz bestimmten Pflanzen zum Leben aus, die meisten
Pflanzenarten können auf dem Torfboden im Moor nicht wachsen. |
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Brennmaterial und Badespaß: So wird Torf
genutzt
Schon vor Hunderten von Jahren haben Menschen den Torf getrocknet und
genutzt: Früher wurden damit die Häuser geheizt, denn trockener Torf
brennt - zwar nicht so gut wie Feuer, aber immerhin. Und in die Ställe
hat man Torf geschüttet, um die Feuchtigkeit aufzusaugen und den
Mistgeruch zu mildern. Heute wird Torf mit Mineralstoffen gemischt und vor
allem in Gärten und Parks verwendet, um darin Bäume und Blumen zu
pflanzen. Außerdem braucht man Torf, um matschige Moorbäder zu machen:
In einer Wanne voller fein gehäckseltem Torf und Wasser wird einem
langsam wärmer und wärmer. Angeblich ist das sehr entspannend und gut
für die Haut.
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Im Torf die Zeit überdauert: Moorleichen
Im Moor werden immer wieder die gut erhaltenen Körper von Menschen
gefunden, die vor sehr langer Zeit gestorben sind: Die Moorleichen. Der
Sauerstoffmangel und der hohe Säuregehalt im Moor sorgen dafür, dass ein
toter Körper konserviert wird und nicht zerfällt. Eine der bekanntesten
Moorleichen ist der "Mann von Tollund", der in Dänemark
entdeckt wurde. Er starb vor ca. 2200 Jahren und wurde nach seinem Tod im
Moor versenkt.
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