Kinder vor Zecken schützen

Kinder vor Zecken schützen ist leider inzwischen sehr wichtig geworden. Vor allem Kleinkinder mit ihrer dünnen Haut sind gefährdet, Opfer dieser Parasiten zu werden. Zecken übertragen so ernsthafte Erkrankungen wie Hirnhautentzündung und Lyme-Borreliose. Insbesondere FSME, Frühsommer-Meningoenzephalitis ist eine ernstzunehmende Erkrankung. War FSME früher ein vorwiegend süddeutsches Phänomen breitet sich diese Viruserkrankung, die eben auch durch Zecken übertragen wird, auch in Richtung Norden aus. Wer in einem FSME Risikogebiet lebt oder dort Urlaub machen möchte, sollte, bei häufigen Aufenthalten im Freien, überlegen, ob nicht eine Impfung gegen FSME ratsam wäre. Gegen Borreliose gibt es allerdings keine Impfung. Hier hilft nur ein guter Schutz der Kinder bzw. ein schnelles Entfernen einer Zecke.

Kinder vor Zecken schützen – Vorbeugen

Früher dachten wir, Zecken lauern auf Bäumen und lassen sich fallen, wenn wir, ihre Opfer vorbeilaufen. Inzwischen weiß man, dass sie im hohen Gras und in Büschen auf uns warten und sie sich nicht auf uns herabfallen lassen, sondern wir uns die Zecken beim Vorbeilaufen abstreifen. Am sichersten wäre es also, zu vermeiden durch hohes Gras zu laufen, aber dann würde wohl der Sommer kaum noch Spaß machen. Und da Zecken nicht nur auf öffentlichen Grasflächen lauern können, sondern durchaus auch im heimischen Garten oder auch in einer Hecke am Straßenrand, reicht diese Strategie manchmal gar nicht aus. So holte sich eine Bekannte eine Zecke beim Kaffeetrinken in einem Kaffee in einer mittelgroßen Stadt, sie saß wohl zu nahe an einer Hecke.

Bekleidung bietet einen gewissen Schutz vor Zecken

Gegen Zecken schützen kann man sich durch geeignete Bekleidung. Lang sollte sie sein und geschlossen. Und auch wenn es doof aussieht, gehören die Hosenbeine dann in die Strümpfe oder Stiefel. Gut ist helle Kleidung ohne Muster, auf der man Zecken schnell erkennen kann. Denn es ist ja nicht so, dass wir oder unsere Kinder uns eine Zecke abstreifen und diese sofort eine günstige Bissstelle für ihre Blutmahlzeit entdeckt und sich festbeißt. Es kann durchaus etwas dauern, bis die Zecke eine geeignete Stelle mit möglichst dünner Haut auf uns findet. Auf langer Kleidung dauert das sogar noch etwas länger und auf heller Kleidung sind Zecken dann gut zu entdecken. Wenn möglich sollte man bei einem Spaziergang immer mal wieder, mindestens alle zwei Stunden, die Kleidung dann auch nach Zecken absuchen.  Inzwischen gibt es auch Anti-Zecken-Socken und Strümpfe, die insbesondere bei Wanderern sehr beliebt sind. Diese sind so imprägniert, dass Zecken einen großen Bogen um diese machen.

Kinder nach Zecken absuchen ist Pflicht

Da auch helle Kleidung und sogar Hosenbeine in Socken kein hundertprozentiger Schutz sind, sollte man die Kinder aber auch sich selbst nach einem Aufenthalt im Freien in Nähe von Büschen, Sträuchern und Gras, unbedingt genau auf Zecken absuchen.

Kleinkinder vor Zecken schützen

Kleinkinder, die ja noch dünnere Haut als Kinder haben, sind besonders gefährdet. Unternimmt man mit dem Kinderwagen einen Waldspaziergang oder läuft mit ihm durch ein Gebiet, in dem es viele Zecken geben könnte, sollte man ein Mückennetz einsetzen, um das Kind im Wagen zu schützen.

Insektenabwehrende Mittel gegen Zecken

Gerade im Sommer sind lange Kleidungsstücke und in die Strümpfe gesteckte Hosenbeine zwar sicherer als ohne Vorsichtsmaßnahmen aus dem Haus zu gehen, aber manchmal reicht das eben auch nicht aus, oder das Kind möchte eben den Aufenthalt im Freien genießen. In diesem Fall sollte man die unbedeckten Hautstellen mit einem insektenabweisenden Mittel (Repellentien) schützen. Allerdings sollte man unbedingt ein Antizeckenmittel verwenden, dass auf den Inhaltsstoff DEET verzichtet, denn dieses kann für Kinder ebenfalls ungesund sein. Es gibt inzwischen auch Bio-Hautschutz-Lotion (setzt auf Kokosfettsäuren, auch Hunde können zum Beispiel mit ganz normalen Kokosöl gegen Zecken geschützt werden) oder man nimmt ein Mittel, das eben für Kinder bzw. Familien geeignet ist wie Autan Active oder Family mit dem Wirkstoff Bayrepel. Das schützt, anders als Kokosöl, auch gegen Mücken. Autan gegen Zecken.

Keine Panik bei einem Zeckenbiss

Auch wenn Zecken so gefährliche Krankheiten übertragen, sollte man, wenn man eine Zecke an seinem Kind, an sich selbst oder auch am Hund oder der Katze entdeckt, nicht in Panik geraten. Wichtig ist es die Zecke nun richtig und zügig zu entfernen und vor allem auch vollständig. Dabei kann Panik das Entfernen nur behindern. Ich kann mich noch erinnern, dass mein Vater früher die Zecke erst getötet und dann entfernt hat, dass ist allerdings schon etwas länger her. Der heutige Wissenstand ist, dass die Zecke noch lebend entfernt werden sollte, um zu vermeiden, dass sie im Todeskampf sich übergibt und dabei Viren und Bakterien in die Bisswunde überträgt.

Es gibt übrigens keinen 100 Prozentigen Schutz gegen Zecken. Außer man igelt sich zu Hause ein. Kleidung kann verrutschen, man kann eine Zecke übersehen. Selbst die chemische Keule ist kein Wundermittel, manchen Zecken ist es schlicht egal und sie kommen trotzdem zu ihrer Blutmahlzeit.

Wo Zecken sich besonders gerne festbeißen

Zecken mögen dünne Haut. Wenn die Haut außerdem noch gut durchblutet, warm und vielleicht sogar noch feucht ist, dann fühlt sich die Zecke richtig wohl. Daher sitzen Zecken besonders gerne in der Leistengegend oder auch in den Kniekehlen und unter den Armen. Weitere bevorzugte Stellen sind Nacken und Haaransatz, Genitalbereich und sogar der Popo. Aber nicht jede Zecke hält sich an diese Landkarte und so saß bei meiner Schwester eine vollgesogene Zecke mitten auf dem Bauch.

Mehr Infos: Gegen Zecken schützen.

Zecke richtig entfernen

Wichtig ist auch, dass die Zecke zügig entfernt wird. Wer also abends eine Zecke entdeckt, sollte nicht bis zum nächsten Tag mit der Entfernung warten. Denn desto länger die Zecke ihre Blutmahlzeit fortsetzen darf, umso wahrscheinlicher wird es, dass sie eben eine Krankheit überträgt. Gerade die Lyme-Borreliose wird erst nach einer gewissen Zeit übertragen.  Daher sollten Kinder möglichst schnell von Zecken befreit werden. Wer überhaupt nicht weiß, wie er vorgehen soll, kann natürlich auch den Kinderarzt aufsuchen. Oder einfach mal einen befreundeten Hundebesitzer fragen, die haben meist leider Erfahrung darin, Zecken von ihren vierbeinigen Lieblingen zu entfernen.

Zecken kann man mit den bloßen Fingern entfernen oder auch mit einer gut schließenden Pinzette. Besonders einfach geht es aber mit Zeckenzange und Zeckenkarte und wie die Hilfsmittel inzwischen alle heißen. Diese ahmen unsere Finger sehr gut nach und greifen die Zecke so an deren Kopf, dass diese dann herausgehebelt bzw. aus der Haut herausgedreht werden kann. Dabei sollte man, gleich welches Hilfsmittel man nutzt, möglichst nah an der Haut zupacken, um die Zecke eben im Ganzen herauszubekommen. Mit einer Zeckenkarte hebelt man die Zecke dann heraus, das ist effektiver als mit Drehbewegungen zu arbeiten. Ist die Zecke draußen, dann sollte man sie aufmerksam betrachten, ob sie im Ganzen draußen ist. Dann sollte die Zecke bei aller Tierliebe getötet werden. Wer sicher gehen möchte, hebt die tote Zecke auf und lässt diese bei Borreliose Verdacht untersuchen. Es gibt inzwischen auch den Zeckentest Borreliose für den Nachweis von Borreliose-Erregern in der Zecke.

Zeckenbiss Stelle desinfizieren

Danach noch die Zeckenbiss Stelle desinfizieren, die eigenen Hände und das benutzte Werkzeug wie Zeckenkarte oder Zeckenzange ebenso. Man sollte die Bissstelle dann noch einige Tage beobachten: Entzündet sie sich, dann könnte es sein, dass die Zecke nicht vollständig entfernt werden konnte. In diesem Fall sollte man besser einen Kinderarzt aufsuchen. Bildet sich ein roter Ring um die Bissstelle oder auffällige Flecken, dann sollte man wegen Borreliose Verdacht ebenfalls den Kinderarzt aufsuchen.

 

FSME Risikogebiete Karte Robert Koch Institut

Das Robert Koch Institut veröffentlicht regelmäßig eine aktualisierte Karte mit den FSME Risikogebieten.

FSME Karte Robert Koch Institut. Kinder vor Zecken schützen.

FSME Karte Robert Koch Institut. Kinder vor Zecken schützen.

FSME Risikogebiete Karte