Affenliebe

Affenliebe - hier zwei Schimpansen.

Mit Affenliebe wird eine übertriebene Liebe bezeichnet. Meist wird diese Bezeichnung bei einer übertriebenen Liebe von Eltern zu ihren Kindern verwendet.

Dabei ist das Wort Affenliebe schon seit dem 18. Jahrhundert bekannt. Damals wurde die Redewendung bzw. Bezeichnung verwendet, um eine übertrieben zärtliche und liebevolle Erziehung zu benennen. Diese galt damals als unvernünftig. Die angeblich unangemessen zärtliche Haltung von Affenmüttern ihren Jungen gegenüber, die diese nahezu erdrücken und ablecken, wurde zum Sinnbild dieser Erziehungsweise.

Affenliebe findet sich such in Pierer’s Universal-Lexikon

Die Affenliebe findet sich auch im Universal-Lexikon der Gegenwart und Vergangenheit von Heinrich August Pierer (1794-1850) wieder. Dieses Lexikon war wohl das erste voll ausgeformte moderne allgemeine Lexikon. Während Brockhaus, Meyers Konversations-Lexikon und Herders Conversations-Lexikon (alle aus dem 19. Jahrhundert) heute noch ein Begriff sind, geriet das Pierers Enzyklopädisches Wörterbuch eher in Vergessenheit.

In Pierer’s Universal-Lexikon heißt es zur Affenliebe dann auch

Eine durch Übertreibung schädliche Liebe zu Kindern, da die Äffin ihr Junges aus Liebe zuweilen so herzen, dass es erstickt.

Affenliebe in Pierer's Lexikon

Zu finden ist Pierer’s Universal Lexikon bei Zeno.

Dabei sollte man sich vor Augen halten, dass eine Kindheit im 18. und 19. Jahrhundert kaum mit einer Kindheit heute zu vergleichen war.

Die Affenliebe findet sich auch in anderen – älteren – Lexikas und Wörterbüchern.

So wird sie im Wörterbuch der Philosphischen Grundbegriffe von 1907 wie folgt beschrieben:

Affenliebe ist die blinde Zärtlichkeit der Eltern gegen ihrer Kinder, welche deren Fehler übersieht, ableugnet und ihnen schadet.

Es ist eine Affenliebe

Manchmal wird Affenliebe auch verwendet, um damit zu umschreiben, dass man an jemanden einen Affen gefressen hat. Auch wieder eine übertriebene Liebe, nur diesmal eben nicht in Bezug auf Eltern und Kinder.

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